Die Auf­re­gung (und das Drama) um KI nimmt wei­ter zu. Warum? Weil viel auf dem Spiel steht. Der Wett­lauf um Wett­be­werbs­vor­teile durch die Anwen­dung von KI in neuen Anwen­dungs­fäl­len hat begon­nen! Die Ein­füh­rung der gene­ra­ti­ven KI im letz­ten Jahr hat das Feuer wei­ter geschürt, und das aus gutem Grund. Wäh­rend sich das bestehende Port­fo­lio an KI-Tools an eher tech­nisch ori­en­tierte Per­so­nen wie Daten­wis­sen­schaft­ler und Inge­nieure rich­tete, über­ga­ben neue Tools wie ChatGPT die Schlüs­sel zum König­reich an jeden, der eine Frage ein­ge­ben konnte. Gen AI hat buch­stäb­lich nicht die Daten selbst, son­dern die dar­aus gewon­ne­nen Erkennt­nisse und Infor­ma­tio­nen demokratisiert.

Die Aus­wir­kun­gen die­ser weit ver­brei­te­ten Nut­zung von KI haben Besorg­nis aus­ge­löst, und das viel­leicht zu Recht. Für Unter­neh­men, die um ihre Ein­nah­men und ihren Ruf besorgt sind, müs­sen Regeln gel­ten. Der Erfolg in der neuen KI-Land­schaft hängt nicht nur von die­sem glän­zen­den neuen Werk­zeug ab, son­dern auch von den Grund­la­gen, auf denen es auf­ge­baut wird. Die Grund­lage für den erfolg­rei­chen und ver­ant­wor­tungs­vol­len Ein­satz von KI und Gen-KI muss auf Daten­si­cher­heit, Daten­viel­falt und orga­ni­sa­to­ri­scher Reife beru­hen. Es geht nicht nur um die Tech­no­lo­gie, son­dern auch um die Men­schen und Prozesse.

Wo ste­hen wir jetzt?

Bei einer Reihe von Ver­an­stal­tun­gen, die wir kürz­lich durch­ge­führt haben, frag­ten wir die Zuhö­rer, ob sie in ihren Unter­neh­men KI ein­set­zen. An man­chen Orten hoben nur wenige Leute ihre Hand. Den­noch wis­sen wir, dass die Nut­zung von ChatGPT explo­diert ist. Nur zwei Monate nach dem Start erreichte ChatGPT 100 Mil­lio­nen monat­lich aktive Nut­zer und war damit die am schnells­ten wach­sende Ver­brau­cher­an­wen­dung in der Geschichte. Ich per­sön­lich gehöre nicht zu den Early Adop­ters oder gar zu den Fast Fol­lower. Ich habe ChatGPT erst kürz­lich für einige Rei­se­vor­schläge genutzt. Ich wollte für eine bevor­ste­hende Reise eine Route „abseits der aus­ge­tre­te­nen Pfade“, und es hat mir einige tolle Emp­feh­lun­gen gegeben.

Andere nut­zen es ganz selbst­ver­ständ­lich. Mein Sohn bat mich kürz­lich, eine E‑Mail zu über­prü­fen, die er an einen Pro­fes­sor geschrie­ben hatte, um Hilfe bei der Aus­wahl zwi­schen zwei vor­ge­schla­ge­nen Prak­tika zu erhal­ten. In der ursprüng­li­chen E‑Mail hatte er die bei­den Vor­schläge als Anhänge bei­gefügt. Ich sagte mei­nem Sohn, dass er nicht erwar­ten sollte, dass sein Pro­fes­sor Anhänge öff­net. Er sollte jeweils eine Zusam­men­fas­sung in 2–3 Sät­zen bei­fü­gen. Was hat er also getan? Er kopierte den Text der bei­den Vor­schläge in ChatGPT und bat um eine Zusam­men­fas­sung in 2–3 Sät­zen. Und genau so wird es heute in Unter­neh­men ein­ge­setzt, ins­be­son­dere bei die­ser Zielgruppe.

Bei einem welt­weit täti­gen Spe­zi­al­nah­rungs­mit­tel­her­stel­ler ging das Daten­team auf Spu­ren­su­che, um die Nut­zung von ChatGPT durch Über­wa­chung des Netz­werk­ver­kehrs auf­zu­de­cken. Sie fan­den her­aus, dass etwa 10 % der Mit­ar­bei­ter ChatGPT im ers­ten Quar­tal 2023 besucht und getes­tet hat­ten, wobei ein Dienst für 60 % des ChatGPT-Daten­ver­kehrs ver­ant­wort­lich war. Tat­säch­lich war es nur ein Mit­ar­bei­ter – eine Prak­ti­kan­tin, die Seite an Seite mit ihrem KI-Kopi­lo­ten pro­gram­mie­ren lernte. Jün­gere Mit­ar­bei­ter haben die­ses neue Tool für sich entdeckt.


Laut der CDO Agenda 2024-Stu­die des MIT haben jedoch weni­ger als 10 % der Unter­neh­men KI-Anwen­dungs­fälle in der Pro­duk­tion und nur etwas mehr als 10 % füh­ren die Tech­no­lo­gie in einem Pilot­pro­jekt ein. In der­sel­ben Stu­die geben fast 60 % an, dass sie keine Ände­run­gen an ihrer Daten­um­ge­bung vor­ge­nom­men haben, um KI zu unter­stüt­zen oder zu ermög­li­chen. Viele haben das Gefühl, dass sie es nicht wirk­lich kom­men sahen, bis es auf ihrem Radar auf­ge­taucht ist. Viel­leicht wuss­ten sie, dass ein paar Leute sie getes­tet haben. Aber es ist wie in Top Gun, wenn sich die bei­den Bogies, die sie ver­fol­gen, ver­dop­peln. „Wir haben hier ein Pro­blem. Es ist nicht nur ein Paar. Es sind zwei. Wir haben vier Flug­zeuge. Ich wie­der­hole, vier Drehgestelle.“

Plötz­lich gibt es über­all KI-Anwen­dungs­fälle, bei denen ChatGPT oder Bard Doku­mente zusam­men­fas­sen oder erste Ent­würfe von E‑Mails erstel­len. Da Füh­rungs­kräfte nicht wol­len, dass ihre Geschäfts­pläne oder Ver­träge in ChatGPT kopiert wer­den, haben einige Unter­neh­men diese Fähig­keit mit Tools wie MyAs­sistant von Walm­art in das Unter­neh­men gebracht. Aber diese Anwen­dungs­fälle sind nur die Spitze des Eisbergs.

Wie geht es jetzt weiter?

Inno­va­tive Daten­ver­ant­wort­li­che und ihre Teams erkun­den die Mög­lich­kei­ten der Anwen­dung von KI und Gen-KI. Wie die Dreh­ge­stelle auf dem Radar ver­viel­fa­chen sich auch die Anwen­dungs­fälle. Auf einer kürz­lich statt­ge­fun­de­nen Ver­an­stal­tung in Genf beschrieb ein glo­ba­les Ver­sand­un­ter­neh­men, wie ein intern aus­ge­bil­de­ter KI-Assis­tent die Ant­wort­zei­ten für Kun­den­an­fra­gen ver­bes­sert, indem er struk­tu­rierte Infor­ma­tio­nen aus unstruk­tu­rier­ten Daten extra­hiert. Der Ver­la­der erhält Anfra­gen für den Trans­port von Waren vom Ursprung zum Ziel­ort. Die Geneh­mi­gung hängt vom Ver­trag mit dem Kun­den sowie von den Geset­zen des Her­kunfts- und des Ziel­lan­des ab. Ein neues KI-Tool extra­hiert rele­vante Infor­ma­tio­nen aus Kun­den­ver­trä­gen und ermög­licht Abfra­gen in natür­li­cher Spra­che, um die Ant­wort­zei­ten auf Anfra­gen zu beschleu­ni­gen. In Zukunft kann das Tool auch Vor­schrif­ten scan­nen und die erfor­der­li­chen Unter­la­gen für den Ver­sand bereitstellen.

In der Phar­ma­in­dus­trie pro­fi­tie­ren For­schungs- und Ent­wick­lungs­teams von der Fähig­keit der KI, die Ent­de­ckung von Medi­ka­men­ten zu beschleu­ni­gen. Leis­tungs­starke Modelle hel­fen dabei, die sprich­wört­li­che Nadel im Heu­hau­fen oder „Wirk­stoff­kan­di­da­ten“ unter den nahezu unend­li­chen Mög­lich­kei­ten für neue medi­ka­men­töse Behand­lun­gen zu fin­den. In einem kürz­lich erschie­ne­nen „Rise of the Data Cloud“-Podcast spricht Dimit­rije Jan­ko­vic, Lei­ter der Abtei­lung Daten und KI bei Sanofi, über den Ein­satz von KI im Unter­neh­men, u. a. in der Arz­nei­mit­tel­for­schung, aber auch unter­neh­mens­weit zur Ver­bes­se­rung der Mitarbeiterproduktivität.

Unter­neh­men set­zen KI auch ein, um ihre Mit­ar­bei­ter zu hal­ten, ins­be­son­dere die pro­duk­ti­ven. ADP, das die Gehalts­ab­rech­nung für eines von sechs US-Unter­neh­men ver­wal­tet, bie­tet Modelle für maschi­nel­les Ler­nen (ML) an, um sei­nen Kun­den dabei zu hel­fen, Top-Talente zu hal­ten, indem sie die Abwan­de­rung vor­her­sa­gen und die Gehäl­ter und Leis­tun­gen opti­mie­ren. Die Kun­den kön­nen ihre Kenn­zah­len auch mit agg­re­gier­ten, anony­mi­sier­ten Daten aus über 30 Mil­lio­nen Mit­ar­bei­ter­da­ten­sät­zen vergleichen.

Wie kom­men wir dahin?

Wie bei allem Neuen und Umwäl­zen­den, ins­be­son­dere im Unter­neh­men, gibt es Befürch­tun­gen. Kann ich schnell genug vor­an­kom­men? Wie kann ich sicher­stel­len, dass ich meine Daten und die Pri­vat­sphäre mei­ner Kun­den schüt­zen kann? Habe ich über­haupt alle Daten, die ich brau­che? Was ist, wenn ich intern nicht über die nöti­gen Fähig­kei­ten ver­füge, um alles zu erle­di­gen? Wie bringe ich jeden in mei­nem Unter­neh­men auf den neu­es­ten Stand, was das alles für sie bedeutet?

Wenn Snow­flake-Kun­den von ihren Erfah­run­gen berich­ten, fal­len einige Anfor­de­run­gen an ihre Daten auf: Daten­si­cher­heit, Daten­viel­falt und orga­ni­sa­to­ri­sche Reife – ein­schließ­lich Daten­kom­pe­tenz. Unter­neh­men schät­zen eine Platt­form, die alles ein­fa­cher und vor allem siche­rer machen kann. PII-Daten, ins­be­son­dere Pati­en­ten- und Kun­den­da­ten, müs­sen geschützt wer­den. Wer in die Schlag­zei­len gerät, ris­kiert seine Ein­nah­men und sei­nen Ruf. Und das gilt für alle Daten, egal ob es sich um interne oder externe Daten han­delt, die zur Erwei­te­rung der Trai­nings­da­ten her­an­ge­zo­gen wer­den. KI umfasst jedoch mehr als nur Tech­no­lo­gie und Daten. Kun­den beto­nen auch die Not­wen­dig­keit, Men­schen und Pro­zesse in den Mix einzubeziehen.

Wer­fen wir einen Blick auf einige die­ser grund­le­gen­den Elemente.

Daten­si­cher­heit. Unter­neh­men müs­sen schnell ans Ziel kom­men, wol­len aber auch sicher sein, dass sie keine Abkür­zun­gen neh­men. Vor eini­gen Wochen stellte Snow­flake Snow­flake Cor­tex (in der pri­va­ten Vor­schau) vor, unse­ren neuen, voll­stän­dig ver­wal­te­ten Ser­vice, der viele der Bau­steine zur Beschleu­ni­gung der KI- und Gen-KI-Ein­füh­rung bie­tet. Snow­flake Cor­tex umfasst vor­ge­fer­tigte LLM-basierte Funk­tio­nen zur Beschleu­ni­gung der Ent­wick­lung von Assistenten“-Apps für Unter­neh­men, ein­schließ­lich der Extrak­tion von Ant­wor­ten, Text­zu­sam­men­fas­sung, Über­set­zung und Stim­mungs­er­ken­nung, sowie ML-basierte Funk­tio­nen wie Nach­fra­ge­pro­gno­sen, Anoma­lie­er­ken­nung und Daten­klas­si­fi­zie­rung. Snow­flake Cor­tex bie­tet auch die Bau­steine, um externe und Open-Source-KI-Modelle anzu­pas­sen und eigene KI-Apps zu erstel­len. Und, was wohl am wich­tigs­ten ist, all dies geschieht, wäh­rend gleich­zei­tig sicher­ge­stellt wird, dass die Daten, die diese Funk­tio­nen und Anwen­dun­gen antrei­ben, inner­halb der Snow­flake-Umge­bung durch die Funk­tio­nen in Snow­flake Hori­zon voll­stän­dig ver­wal­tet und gesi­chert werden.

Daten­viel­falt. Wäh­rend Unter­neh­men ihre Nut­zung von KI beschleu­ni­gen, erken­nen viele, dass ihre eige­nen Daten nicht aus­rei­chen. Sie machen sich unter ande­rem Sor­gen über Unge­nau­ig­kei­ten oder „Hal­lu­zi­na­tio­nen“ und Ver­zer­run­gen. KI-Experten emp­feh­len Kon­trol­len wie Out­put-Audits und Human-in-the-Loop-Über­prü­fun­gen. Eine wei­tere Stra­te­gie zur Scha­dens­be­gren­zung sind mehr Daten. Jan­ko­vic von Sanofi betonte die Not­wen­dig­keit, einen bes­se­ren Daten­aus­tausch zwi­schen Unter­neh­men zu för­dern und ein kohä­ren­te­res Daten­öko­sys­tem zu ent­wi­ckeln, um Modelle auf exter­nen Daten zu trai­nie­ren. In der Ver­si­che­rungs­bran­che arbei­ten die Unter­neh­men zusam­men, um ihre Betrugs­mo­delle zu ver­bes­sern. Je mehr Scha­dens­fälle ein Modell sieht, desto wahr­schein­li­cher ist es, dass es betrü­ge­ri­sche Mus­ter erkennt. Oder stel­len Sie sich ein Sze­na­rio aus dem Per­so­nal­we­sen vor, in dem ein Modell zur Aus­wahl eines Bewer­bers für eine Ein­stel­lung ver­wen­det wird. Ihre Daten könn­ten die Pro­file erfas­sen, die Sie immer ein­ge­stellt haben, wäh­rend Sie andere demo­gra­fi­sche Merk­male über­se­hen. Externe Daten wie ADP’s Pay­roll and Demo­gra­phic Data oder Reve­lio Work­force Ana­ly­tics wür­den Ihre Talent­ak­qui­si­ti­ons­mo­delle ergän­zen und die Ent­schei­dungs­fin­dung verbessern.

Orga­ni­sa­to­ri­sche Reife. Dies ist die mensch­li­che und pro­zes­suale Seite der Dinge, die nicht über­se­hen wer­den darf. Ja, ver­ant­wor­tungs­be­wusste KI erfor­dert Daten und Tech­no­lo­gie, aber sie bedeu­tet auch, Leit­plan­ken zu set­zen und das Bewusst­sein im gesam­ten Unter­neh­men zu schär­fen. Bei Sanofi bedeu­tete dies, wie im letz­ten Pod­cast bespro­chen, dass die gesamte Orga­ni­sa­tion mit dem neuen Pro­gramm Respon­si­ble AI at Sanofi for Ever­yone (RAISE) auf ein höhe­res Niveau gebracht wurde. Die Betei­li­gung an KI erstreckte sich über das gesamte Unter­neh­men, mit Ver­tre­tern von Datenschutz‑, Beschaffungs‑, Rechts- und IT-Teams sowie von Geschäfts­ein­hei­ten. Eine unter­neh­mens­über­grei­fende KI-Arbeits­gruppe legt die Stra­te­gie fest, und das Inno­va­tion Gover­nance Com­mit­tee, zu dem auch der Chief Digi­tal Offi­cer und die Rechts­ab­tei­lung gehö­ren, über­wacht die Umset­zung. Aus ope­ra­ti­ver Sicht kon­zen­triert sich die KI-Fabrik des Unter­neh­mens auf Wie­der­hol­bar­keit und Ska­lier­bar­keit, nicht nur auf Pilo­ten. Snow­flake hat einen ähn­li­chen funk­ti­ons­über­grei­fen­den KI-Len­kungs­aus­schuss. KI ist kein Neben­pro­jekt, das iso­liert durch­ge­führt wird.

Ver­ant­wor­tungs­volle KI basiert auf einer soli­den Daten­grund­lage, die auch eine unter­neh­mens­weite Daten­kom­pe­tenz erfor­dert. Berück­sich­ti­gen Sie das Bewusst­sein für den Wert von Daten auf allen Ebe­nen, auch bei den­je­ni­gen, die viel­leicht nicht wis­sen, dass sie mit Daten arbei­ten (z. B. Außen­dienst­mit­ar­bei­ter, Kas­sie­rer oder alle, die Daten erfas­sen, die in ein KI-Modell ein­ge­ge­ben wer­den könn­ten). Ver­ste­hen die Ent­schei­dungs­trä­ger genug von dem, was unter der Haube vor sich geht, um Erkennt­nisse auf die Ent­schei­dun­gen anzu­wen­den, die sie tref­fen müs­sen? Ver­fü­gen die Daten- und Insights-Teams über die erfor­der­li­chen Tools und das Fach­wis­sen, um sie zu nut­zen? Und lässt sich dies auf das gesamte Unter­neh­men über­tra­gen? Ver­ant­wor­tungs­volle KI erfor­dert Daten­kom­pe­tenz für alle. Wir wer­den dies in einem zukünf­ti­gen Blog­bei­trag näher beleuchten.

Den­ken Sie nur daran, dass ein ver­ant­wor­tungs­vol­ler Ansatz mit einer robus­ten Daten­platt­form und einem Öko­sys­tem beginnt, wenn sich die Anwen­dungs­fälle vervielfachen.

Quelle: Snowflake.com